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Der Wasserzug

Wenn ich z. B. mit schweren Nymphen und zusätzlichem Bissanzeiger in der „Dead-Drift-Technique“ auf tief stehende Salmoniden oder Barben fische oder beim Streamern auf Hecht und Zander große Fliegen verwende, sehen Leerwürfe nicht gerade elegant aus.
Auch das Handling dieser Montagen ist nicht sehr ergonomisch.

In diesen Fällen wende ich sehr gerne den sog. „Wasserzug“ an, der es mir ermöglicht, die Adhäsion des Wassers zum Laden meiner Fliegenrute optimal zu nutzen.
Durch die Effizienz des Wasserzuges können Leerwürfe auf ein Minimum reduziert oder gar vermieden werden.

Anwendung bei der Dead-Drift-Nymph-Technique

Bei dieser Fischereitechnik führe ich lediglich einen einzigen flussaufwärts gerichteten Wasserzug aus.
Nach erfolgter langer Nymphendrift flussabwärts hat die Strömung die Fliegenschnur auf dem Wasser gestreckt und die Nymphe auftreiben lassen. Ich führe nun meine Rutenspitze etwas nach, um den Zugweg für meinen neuen Präsentationswurf zu erhöhen und mehr Dynamik zu erzielen.

Mit Hilfe der Adhäsion der auf dem Wasser liegenden Schnur erzeuge ich eine starke Biegung meiner Rute, mit deren Unterstützung ich beim Vorwurf meine schwere Nymphe leicht flussaufwärts in meine ausgewählte Driftbahn bringe.

Anwendung beim Fischen mit großen Streamern

Möchte ich z.B. beim Fliegenfischen auf Hechte die im Wasser befindliche große Fliege von neuem auswerfen, nehme ich Schnur und Fliege mit Unterstützung der Wassergravitation zum Rückwurf auf. Die Aufladung der Fliegenrute vergrößert sich deutlich und befördert die Fliege rasant nach hinten.
Mit etwas Übung gelingt es auch, beim Rückwurf etwas Flugschnur aus der Hand freizugeben und die Schnur dadurch zu verlängern.
Nun genügt es, beim anschließenden Vorwurf die Schnur sofort hoch „abzuschießen“ und den Streamer auf Weite zu bringen. Eine gut getimte Zugunterstützung der Schnurhand macht den Rück- und Vorwurf noch effizienter.

Anwendung an dicht bewachsenen Fließgewässern

Auch an Gewässern, die dicht mit Büschen und Bäumen bewachsen sind, leistet mir ein Wasserzug zum Fliegenservice unter überhängende Zweige gute Dienste.
Dabei lasse ich die Fliege stromabwärts treiben und bringe sie unter Ausnutzung der im Wasser haftenden Schnur und der Schnellkraft der Rute mit einem Sitecast gegen die Strömung erneut aus.

Grundsätzliches:

Generell verhilft die Nutzung der Adhäsionskraft des Wassers dem Fliegenfischer zu einem kraftreduzierten Werfen. Jedes Handeln beim Fliegenwerfen, das nicht zur Erhöhung der Rutenbiegung (Aufladung) genutzt wird, ist nicht effektiv!