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Der Rollwurf

Sehr oft finden wir beim Fliegenfischen Situationen vor, die einen normalen Überkopfwurf unmöglich machen.
Hindernisse wie Büsche, Mauern, hohe Uferböschungen, überwachsene Bäche oder ähnliche Verhältnisse lassen keinen Rückwurf zu.

Diese werferischen Schwierigkeiten lassen sich mit dem Rollwurf problemlos lösen.

Einfach ausgedrückt ist ein Rollwurf im Prinzip ein „halber“ normaler Wurf!! Also ein vorwärts gerichteter Wurf ohne ausgeführten Rückwurf.

Für die Durchführung des Rollwurfes ist die Wasserhaftung unserer Fliegenschnur wichtig.

Zunächst ist es erforderlich, die benötigte Länge Schnur auszubringen und mit der Strömung abtreiben zu lassen. Am Ende der Abdrift senken wir unsere Rutenspitze in die 9.00 Uhr- Position und ziehen mit der Rute die Schnur gerade und langsam am Körper vorbei nach hinten oben. Unsere Rute führen wir bis etwa zur 1.00 Uhr-Position und „liften“ unsere Rutenhand bis max. Augenhöhe an.

Der größere Teil der Schnur mit Vorfach und Fliege liegt nun vor uns gestreckt auf dem Wasser und dient uns als Anker für das Aufladen der Rute. Der Rest der Fliegenschnur hängt als „Bauch“ und Wurfgewicht hinter der Rute. Die Fliegenrute und Schnur bilden optisch betrachtet ein leicht schräg liegendes „D“.

Wie bei einem normalen Vorwurf beschleunigen wir unter Nutzung der Adhäsionskraft des Wassers die Schnur aus der Ruheposition heraus nach vorne. Hierbei müssen wir darauf achten, dass die Rutenspitze die horizontale und die vertikale Ebene nicht verlässt und der Rutenwinkel erst relativ spät verlagert wird.
Der Stopp der Rute erfolgt wie beim Überkopfwurf entsprechend hoch (etwa gegen 10.00 Uhr). Sobald sich die Schnur nach vorne ausrollt, wird die Rute in die waagerechte Endstellung abgesenkt.

Möchten wir einen längeren Rollwurf machen, nehmen wir die Rutenhand weiter hinter den Körper, um den Arbeitsweg zu vergrößern (Ausholbewegung). Durch eine gleichzeitige Absenkung der Rutenspitze können wir den Arbeitswinkel unserer Rute vergrößern und mehr Schnur hinter uns lagern. Mit einer etwas dynamischer ausgeführten Schiebebewegung bringen wir dann die Schnur nach vorne.

Während der Abdrückphase der Rute kann die Schnur durch einen dosierten einfachen Zug (Gegenzug) der Schnurhand noch zusätzlich beschleunigt und die Wurfweite erhöht werden.

Ein Rollwurf aus der Rückhandstellung (Backhand) ist analog anzuwenden und sollte dann zum Einsatz kommen, wenn unser Ziel rechts vom Ausgangspunkt der Fliege liegt. So wird verhindert, dass sich Fliege und Vorfach kreuzen und in der Schnur verfangen.