Der österreichische Fallschirmwurf
(Gebetsroither-Parachute-Cast)
Dieser Spezialwurf hat den Zweck, möglichst viel lockere Flugleine und Vorfachschnur auf das Wasser abzulegen, um z. B. die Fliege dem Strömungsdruck zu entziehen und sie über viele Meter ohne Furchen anbieten zu können.
Beim Fischen mit der Trockenfliege flussabwärts kann der Fallschirmwurf unter bestimmten Faktoren somit gar den „klassischen“ abgestoppten (oder zurück gestoppten) Wurf ersetzten.
Beim Nymphenfischen flussaufwärts bewirkt der Fallschirmwurf, dass durch das locker präsentierte Vorfach unsere Nymphe deutlich schneller absinken kann.
Beim Anbieten der Fliege quer zur Strömung, um beispielsweise eine Strömungstasche am anderen Ufer zu befischen, ist ein Fallschirmwurf unerlässlich, denn nur so wird erreicht, dass die Fliege einige Sekunden im Ruhigwasser verbleibt und von der schnellen Strömung in der Flussmitte nicht fortgerissen wird.
Beim Menden der Flugschnur ist ein vorher ausgeführter Fallschirmwurf beim Fischen mit der Trockenfliege unbedingt angebracht. Dieser Vorgang verhindert, dass die Fliege aus ihrer Driftbahn weggezogen wird.
Der Gebetsroither-Parachute-Cast (oder österreichische Fallschirmwurf) stellt vom Grundsatz her eine Verlagerung der Wurfebene dar und zwar von hinten unten nach vorne oben.
Der Rückwurf wird somit etwas tiefer und der Vorwurf sehr hoch ausgeführt. Oder anders formuliert, es wird die Fliegenschnur beim Vorwurf auf eine nach vorne ansteigende Flugbahn gebracht.
Der Stopp der Rute erfolgt mit gestrecktem Arm in einer hohen Rutenstellung. Noch während die Schnur noch vorne oben ausrollt, wird die Rutenspitze in die 9.00 Uhr Position abgesenkt. Dieses Verfahren bewirkt, dass zuerst die direkt vor uns befindliche Flugschnur auf die Wasseroberfläche aufkommt und nachfolgend die Schnurspitze und das Vorfach auf die Wasseroberfläche schweben und kleine Wellen und Kurven bilden.
Je steiler der Wurf ausgeführt wird, desto mehr Schnurschlingen entstehen. Entsprechende Wurfvarianten des Fallschirmwurfes können somit den Strömungsverhältnissen und der Fischereitaktik angepasst werden.
